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Während die meisten Menschen auf Eiderstedt in diesen Sommertagen an Sandstrand und Badewetter denken, hatt das für rund 20 Aikidoka eine ganz andere Bedeutung. Bei Temperaturen um die 30 Grad wurde der Sommerlehrgang der Aikido-Kampfkünstler vom 13. bis 18. Juli 2026 in der Turnhalle der Grundschule Oldenswort mit bis zu siebeneinhalb Stunden täglicher Trainingszeit zur echten Herausforderung.
Aikido ist eine Kampfkunst japanischen Ursprungs, die anders als viele Kampfsportarten nicht auf Wettkampf und Sieg über den Gegner ausgelegt ist, sondern auf das Prinzip der Harmonisierung: Angreifende Bewegung wird aufgenommen und umgelenkt, statt ihr mit Kraft entgegenzuwirken. Entwickelt wurde Aikido aus älteren japanischen Kampfkünsten wie dem Kenjutsu, dem Schwertkampf der Samurai. Deshalb beginnen die Trainingseinheiten jeweils mit dem Schwert – trainiert wird dabei mit Bokken, einem hölzernen Übungsschwert. Unterstützung erhält Sensei Duncan Underwood dabei von Nicolas Six, der den Rang eines Shinki Toho Jun-Menkyo / Shinkiryu Hosshi trägt – ein sehr hoher Meistergrad in der Schwertkunst. Wie die meisten Teilnehmenden hat auch er eine lange Anreise hinter sich: Er kam aus dem baden-württembergischen Hohenlohekreis extra nach Eiderstedt, um die Feinheiten der Grundübungen und der stilisierten Schwertkämpfe, den Kumi-Dachi, zu vermitteln.
Nach dem Schwerttraining folgten zweistündige Aikido-Einheiten, die den Kampfkünstlern konditionell viel abverlangten. Hier sind die Bewegungen eher dynamisch-fließend, haben aber dennoch Ähnlichkeiten mit den klaren Linien des Schwertes. „Der Schwertkampf ist der Ursprung vieler japanischer Kampfsportarten. Auch die Bewegungsabläufe im Aikido sind davon geprägt“, weiß Sensei Duncan Underwood, der mit den Titeln Shinkiryu Aiki Budo Soke Dairi, 6. Dan Aikikai Honbu-Dojo, Dairi-Kyoju Daitoryu Aiki Jujutsu Bokuyokan und Chuden Shinki Toho zu den höchstgraduierten Meistern in Deutschland zählt.
Beim Aikido ist es wie beim Schwert entscheidend, als verteidigende Person eine Einheit mit der angreifenden Person herzustellen. Nicht Kraft gegen Kraft entscheidet, sondern die innere Mitte – und damit auch eine Besinnung auf sich selbst. Deshalb sind die einzelnen Trainingseinheiten jeweils mit Meditation verbunden.
Schweiß und Mühe werden am Ende belohnt, wenn technische und geistige Fähigkeiten sich weiterentwickeln.
Der TSV Oldenswort bietet diese außergewöhnliche Sportart auch außerhalb der Ferien an. Informationen und Trainingszeiten unter www.aikido-eiderstedt.de.