Dezember 2016

Ferientraining

Auf geht´s: Am 31.12.2016 kann man auch mit guten Vorsätzen noch aus dem neuen Jahr gehen. Das Sylvestertraining am 31.12.2016 beginnt um 16:00 Uhr mit einer Meditation. Nach dem Traning um 19:30 Uhr bleibt dann noch genügend Zeit für die Sylvesterparty. Und damit die guten Vorsätze nicht gleich am Neujahrsmorgen wieder verfliegen trainieren wir auch in den Ferien zu gewohnten Zeiten.

Aikido, Peters Freunde und Film vor Ort

Manchmal erhält die Vorgruppe ebenso gute Kritiken wie der eigentlich Star. Und nicht selten macht die Vorgruppe dann richtig Karriere. Und schon oft ist es der Vorfilm, für den man eigentlich ins Kino geht. Ob es bei der letzten Filmvorführung der Initiative "Film vor Ort" in Friedrichstadt auch so war, lässt sich nicht mehr feststellen. Vor dem Hauptfilm zeigten die Kinofreunde gestern unseren Aikido-Film auf großer Leinwand. "In unserem Film wirken die Bilder", schwärmte unser Leiter Duncan Underwood. "Hätten wir uns für Worte entschieden, wäre der Film dreimal so lang geworden. Nun macht er bildgewaltig deutlich, was und wie wir trainieren". Der Film ist unter der Regie von Johannes Hoffmann komplett in Eigenregie entstanden, mit freundlicher Unterstützung der Segeberger Aikidoka. Der Hauptfilm ist dann "Peters Freunde", ein mehrfach prämierter - etwas zynischer - britischer Film über Freundschaft und Liebe aus dem Jahr 1992. Auch dieser Film lohnte den Gang ins Friedrichstädter Evangelische Gemeindehaus. Und wie war nun die Reaktion des Publikums? "Sehr schön - aber viel zu kurz!" Na bitte.

Buchbesprechung: Taisen Deshimaru-Roshi / ZEN in den Kampfkünsten Japans

Die erste von mehreren in loser Folge kommenden Rezensionen zu Büchern über Budo, Zen und verwandten Themen behandelt Deshimaru-Roshi`s Buch über „ZEN in den Kampfkünsten Japans“. Ein anspruchsvoller Einstieg. Die deutsche Erstausgabe ist von 1978, heute ist das noch immer hochaktuelle Buch  nur noch antiquarisch zu bekommen. ZEN-Meister Taisen Deshimaru-Roshi (TDR) gibt darin seine vertiefenden Ansichten darüber weiter, dass „Budo“ nicht ohne „DO“ oder Zazen gesehen werden kann– eine Schriftreihe entstanden im Nachgang zu einem ZEN-Seminar in der Schweiz, herausgegeben von Marc de Smedt (MdS).  Zahlreiche vom Meister selbst verfasste Kalligrafien unterstreichen die Vielheit von DO. Das Buch ist in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Standardwerk geworden – ein Muss für jeden Budoka, der sich auf den langen Weg zu einem tieferen Verständnis japanischer Kampfkünste macht. Ein Weg, der letztendlich zu einem selber führt und auf dem es kein Ankommen gibt.

Zum Inhalt:

Kapitel 1: Bushido – der Weg des Samurai

TDR beschreibt die Komplexität des „Weg des Kriegers“: Im Bushido liegt der Beginn von allem: das Unterrichten der Budo-Techniken, begleitet von tradierter Morallehre und einer Lebenseinstellung mit ihrem Ursprung im Buddhismus und Shintoismus. Dass bereits auf den ersten Seiten vom Nicht-Ich gesprochen wird, einem alles-durchdringenden Geist und dem Kern des Zazen darf den Leser nicht abschrecken. Zu hilfreich sind die folgenden Erläuterungen wie es gelingen kann, seinen Geist zu lenken. Denn darin besteht das Geheimnis der Kampfkünste – den Augenblick, das „Jetzt“ völlig durchdringen zu können.

Kapitel 2: Mondo 1 (mit Sensei im Gespräch)

In kaum einer anderen Erzählform als dem Mondo wird deutlicher, wie Sensei denkt. So gelingt es dem Leser leicht, sich wie ein stiller Zuhörer neben MdS und TDR zu setzen und der Unterhaltung zu folgen. Im ersten Mondo geht es im Wesentlichen um die Frage, was  wichtiger sei: Shin (Geist), Waza (Technik) oder Tai (Körper). Natürlich ist die Einheit von Geist, Körper und Technik essentiell, doch Shin steht über allem. Die Technik muss intuitiv und absichtslos sein, nur so entfaltet sie ihre volle Wirkung. Körper und Bewusstsein müssen sich vereinigen, eins sein im Jetzt, nur so kann Nage reagieren bevor Ukes Angriff erfolgt. Doch ohne Shin bleibt es BU ohne DO.

Kapitel 3: Bun Bu Ryodo – der zweifache Weg     

Wenn man Zazen übt, übt man DO. Doch wie macht man das: DO üben? Einfacher wird es vielleicht, wenn man Zazen übt, denn hier gibt es (wenigstens) eine Technik, Waza: die Konzentration auf Haltung des Körpers, Haltung des Geistes und die richtige Atmung. Zazen muss mushotoku sein, also ohne Zielvorstellung und Streben nach einem Nutzen. TDR beendet das Kapitel hoffnungsvoll: wenn man nur fortgesetzt (Jahrzehnte) Zazen übt, erschließt sich das Geheimnis von DO fast automatisch. Viel Raum nimmt KI ein und verbunden damit die richtige Atmung. Jeder Budoka weiß, dass man beim Einatmen am verletztlichsten ist und der finale Akzent einer Technik nur beim Ausatmen gelingt, das gilt selbstverständlich für Nage ebenso wie für Uke. So hört man den leisen Appell zwischen den Zeilen, mehr KiAi zu üben.  

Kapitel 4: Mondo 2 (mit Sensei im Gespräch)

Als Leser stutzt man zu Beginn dieses Kapitels. Es nimmt eigentlich nicht den Faden der ersten Kapitel auf sondern fängt quasi an einer anderen Stelle neu an – gefühlt liegt diese Stelle gedanklich deutlich vor dem, was man sich als Leser schon „erarbeitet“ hat. Bis man zu der Stelle kommt, an der MdS fragt: „Was ist Angst?“ und Sensei erstaunt antwortet „Angst?“ So, als müsste er wirklich genau überlegen, was es mit dieser Vokabel auf sich hat. Und dann folgen die Erklärungen zu KI und MUSHIN, dem Nichts. In seiner Vollendung vereinen sich Körper und Geist, das Leben und der Tod. So etwas wie Angst scheint sich darin zu verlieren.

Kapitel 5: Leben und Tod

Im Leben der Samurai hatte der Tod eine andere Bedeutung als für uns heute. Zumindest der allgegenwärtig körperliche. Doch gemeint ist hier etwas anderes. Etwas, das in einem Sterben muss um wahre Lebenskraft zu finden. Etwas, das ohne Zazen nicht gelingen kann. Etwas, für das es keine Sprache gibt sondern weitergeben wird von Seele zu Seele.

 Taisen Deshimaru-Roshis Buch „ZEN in den Kampfkünsten Japans“ ist eine kleine Offenbarung, kein Werk für Zwischendurch, ist keine leichte Lektüre, die sich zum schnellen Lesen eignet. Eigentlich ist dieses Buch echte Arbeit, will man in die Gedanken Deshimaru-Roshis eintauchen. Echte Arbeit wie ein ernst genommenes Aikido-Training. Man muss das Gehörte Üben, bis sich ein Verständnis entwickelt für das „Große Ganze“.

Und DO beschreiten.

Bewertung: Absolut empfehlenswert

Neue Lehrgangstermine

Aus verschiedenen Gründen mussten die Lehrgangstermine 2017 noch einmal geändert oder ergänzt werden. Ihr findet sie aktualisiert im Menü "Training --> Ausschreibungen" 

Schon Vorangekündigt

Am 3.12.2016 stand in der Zeitung bereits der Plan der TSV-Highlights 2017. Da durfte die Vorankündigung unseres Jubiläums natürlich nicht fehlen: 20 Jahre Ko Ai Dojo-Jubiläums-Lehrgang am 9. September 2017 in Oldenswort! Da soll doch keiner sagen, er hätte den Termin nicht rechtzeitig gewusst.