Mai 2015

Prüfungsmarathon

Was für ein Prüfungsmarathon: Sönke Eden und Anna Berger hatten ebenfalls Prüfung - seit dem vergangenen Montag tragen beide nun den zweiten Kyu. Glückwunsch! Das war die fünfte Kyu-Prüfung in diesem Jahr...

Lehrgang mit Nakajima Sensei.

Respekteinflößend war es allemal - der Besuch des Aikido Shinki Rengo-Gründers  in Eiderstedt. Und das lag nicht allein an den ausgefeilten Techniken, die die rund 50 Schülerinnen und Schüler von dem über siebzig jährigen Großmeister Nakajima Sensei lernten. Es lag vor allem an seiner Person selber. Völlig in sich ruhend, die Situationen jederzeit beherrschend, mit großer Überlegenheit den Angriffen mit nur wenigen Bewegungen begegnen – all das sah so einfach wie selbstverständlich aus. Genauso sollte sich ein Großmeister des Aikido auf der Matte bewegen.

Der Wochenend-Lehrgang, zu dem die Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland und sogar aus der Schweiz anreisten, begann an beiden Tagen mit einem einstündigen Schwerttraining. Hier ist besondere Konzentration gefordert. Jahrelange Übung ist erforderlich, um seine innere Kraft, das sogenannte Ki, in das Schwert zu fließen zu lassen. Erst dann werden die Schwertführungen harmonisch und effektiv. Gleichzeitig ist der Schwertkampf der Ursprung vieler Aikido-Bewegungen, die sich in Klarheit und Schärfe ausdrücken sollen. Nach einer Meditation ging es dann weiter mit dem Daitoryu Aiki Jujutsu – auch dieses ist eine frühe Form des Aikido, wie sie heute nur sehr selten trainiert wird. Diese besondere Form zeichnet sich durch kurze und sehr wirksame Techniken aus. Auf die Wirksamkeit der Techniken legte  Großmeister Nakajima Sensei, der eigentlich Michael Daishiro Nakajima heißt, auch immer wieder großen Wert. Kein „Theater“ sollte trainiert werden, kein „Getanze“ auf der Matte stattfinden. Dabei ist die Wirksamkeit der Techniken nicht nur für den Fall der Selbstverteidigung wichtig, sondern - sogar in erster Linie - für die geistige Schulung.

Anschließend gingen die Kampftechniken mit den gewohnt dynamisch-fließenden Bewegungen des Aikido weiter. Dann wurde deutlich, was Nakajima Sensei meint, wenn er vom Wetter spricht: „Unsere Bewegungen soll wie die eines Taifun sein: Ein alles mitreißender Wirbelsturm, der im Zentrum einen Ruhepunkt hat, das sogenannte "Auge", in dem es nicht stürmt und der blaue Himmel sichtbar ist. Mal wird der Angriff direkt zurückgestoßen, mal wird er in diese Wirbelbewegung hinein gesogen, um entweder in der Mitte festgehalten oder nach außen geschleudert zu werden.“ Wie das Auge eines Taifuns – so zeigte sich der Großmeister auf der Matte und damit wahre Größe. 

Zwei der Oldensworter Aikidoka werden ihre technischen und geistigen Fähigkeiten die nächsten beiden Wochen noch weiter schulen. Sie begleiten den Großmeister zu einem intensiven Trainingsaufenthalt in seine Heimat nach Japan

Zwei auf einem Schlag

Henrik Menzlin bestand souverän seine Prüfung zum 3. Kyu und trägt nun schwarz. Nicole Knudsen machte ihren 4. Kyu. Glückwunsch an beide.